Grundlegendes zur japanischen Gartengestaltung

Alles rund um die japanische Gartengestaltung

Grundlegendes zur japanischen Gartengestaltung

Beitragvon Gynny » So 20. Mai 2012, 09:43

Liebe Freunde des japanischen Gartens,
Grundlegendes zur japanischen Gartengestaltung.
Bevor Mann sich entscheidet einen japanischen Garten zu gestalten sollte er genau wissen was er will. Will er einen europäischen Garten mit asiatischen Accessoires, wie kleine Steinlaternen und Buddha -Figuren aus Zement gegossen und Pong Pong Bäumchen? Dem sei gesagt, Ihm ist alles erlaubt er kann natürlich auch ein Torii und eine rote Brücke in seinem Garten stellen, er kann Bäume und Sträucher in Splittflächen setzen, Bunten Kies verwenden und das alles mit Rosenkugeln und Gartenzwergen kombinieren. Am Ende wird es ein schöner und Interessanter Garten sein der auf jeden Fall einen Asiatischen Flair besitzt. Aber ist es deshalb schon ein japanischer Garten?
Ich denke nein.
Die japanische Gartengestaltung ist sehr anspruchsvoll und mit dem Zen-Buddhismus eng verwachsen. So findet man die schönsten Gärten gerade in den Buddhistischen Klöstern Japans. Bereits die Planung und Gestaltung eines japanischen Gartens hat etwas mit Zen zu tun, genau wie die Pflege. Ziel ist es einen Ort der Ruhe und Besinnung zu schaffen, eben einen Ort mit einem Meditativen Charakter. Hier wird die Natur in einer Idealisierten Form nachgebildet wobei der Grundsatz gilt weniger ist mehr. Auf Blumen wird in der Regel ganz verzichtet, Ausnahmen sind Kirchbäumchen, Mandelbäumchen, Azaleen und Kamelien die nur eine kurze Blütenzeit haben. Es soll eben nichts vom tieferen Sinn eines meditativen Gartens ablenken. Überhaupt wird hier mit einer stark Ausgeprägten Symbolik gearbeitet, so können einzelne Steine ganze Felsen und Berge darstellen, aber auch Personen und sogar Planeten. Splittflächen symbolisieren Wasser, was durch die geharkten Wellenformen untermauert wird und sind auch als Wasser zu behandeln. Moose stehen stellvertretend für alle Pflanzen der Natur. Steinlaternen sind immer aus Granit und dienen der Beleuchtung von Wegen oder Plätzen. Buddha- Figuren findet man nur ganz selten in einem japanischen Garten und wenn dann an versteckten Orten des Gartens und nicht gleich sichtbar für jeden Besucher .Das eigentliche Ziel ist es, den Garten immer gleich aussehen zu lassen, was zu den Beschneidungen und so zu den Gestaltungen von Bäumen geführt hat. Eine gewisse Reifezeit, ein Alter ist nötig um einen jap. Garten interessant erscheinen zu lassen. Die orange roten Tore (Torii) sind Eintrittspforten zu Bereichen eines Schreines und geheiligten Plätzen und haben strenggenommen nicht mit einem japanischen Garten zu tun das gilt auch für die roten Brücken. Entscheidend ist aber letztlich, dass ein japanischer Garten eine Harmonisierung des Betrachters bewirkt und dessen Faszination entfesselt.
Das scheint der Fall zu sein, denn immer mehr Gartenfreunde entschlieĂźen sich dazu.
Denn japanische Gärten sind Orte voller Harmonie, Kraft und Poesie, die mit einer gewissen Einfachheit gestaltet werden, aber dabei das wesentliche ausdrücken. Die Gestaltung eines japanischen Gartens beginnt mit dem Verschmelzen des Ortes, man nimmt die Stimmen der Umgebung in sich auf und konzentriert sich auf das Wesentliche. So findet man auch Lösungen bei der Gestaltung, die ein Höchstmaß an Intensität und angemessener Schönheit beinhalten. Lassen Sie dabei Ihre Sehnsucht nach Einheit mit der Natur und sich selbst freien Lauf, schaffen sie einen Ort der Stille und Einfachheit wo Sie die Turbulenz des Alltags vergessen können, zu sich selbst finden und das innerste Wesen in sich selbst erkennen. Denn jeder gestaltetet Garten ist auch ein Spiegelbild der Seele.
Weniger ist mehr, aber noch weniger ist Garnichts mehr.
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Was ist ein Japanischer Garten

Beitragvon Gynny » So 20. Mai 2012, 09:54

Was ist ein japanischer Garten?
Der japanische Hausgarten in seiner heutigen Form ist aus den alten Teegärten entstanden. Neben dem eigentlichen Zweck, eine schlichte Atmosphäre für die Teezeremonie zu schaffen, dienten sie der geistigen und körperlichen Erholung sowie zur Wiederherstellung der inneren Ruhe.
In einem japanischen Garten steht nicht ein Farbenfeuerwerk von BlĂĽten im Vordergrund, sondern eine Ausgewogenheit der verwendeten Pflanzen und Materialien.
Steine und Splitt:
Wählen Sie felsenartige, bizarre Steine statt runder "Kieselsteine" und benutzen Sie eher wenige große Felsen statt vieler kleiner Steine, die das Gesamtbild unruhig wirken lassen. Nach Möglichkeit sollten Sie nur eine Gesteinsart verwenden.
Legen Sie Wege und Zen-Gärten mit scharfkantigem Granitsplitt der Körnung 4-10mm an. Dieser Splitt lässt sich am besten in Wellen harken.
Wasser:
Fließendes Wasser oder symbolisch dargestelltes Wasser ist ein Muss für jeden japanischen Garten. Wenn der Platz es zulässt, kann man einen Teich einplanen, ggf. mit Bachlauf oder Wasserfall. Für einen kleinen Garten oder eine Innenhofgestaltung empfiehlt sich die symbolische Darstellung durch geeignete Felsblöcke und Splitt. Eine weitere Alternative für fließendes Wasser stellt ein Steinbecken - Arrangement dar.Fließendes Wasser besitzt die Kraft, jedem Garten Leben einzuflößen.

Wege und Trittsteine:
Trittsteine müssen flach und eben sein, damit ein sicheres Laufen möglich ist. Geeignet sind Natursteinplatten oder behauene Granit -Trittplatten (Tobei Ishi). Legen Sie die Platten in eine geschwungene, unregelmäßige Form, damit eine langweilig wirkende Aneinanderreihung vermieden wird.
Japanische Steinlaternen:
Kein japanischer Garten ohne japanische Steinlaterne! Es gibt Steinlaternen in zahlreichen unterschiedlichen Formen und in Größen ab 30cm. Für die optimale Wirkung einer Steinlaterne ist der richtige Standort maßgebend. Nicht jeder Laternentyp passt an jede Stelle. Auch ein Buddha oder Mönchstatur, an einer geheimnisvollen Stelle platziert, verleiht Ihrem Garten eine fernöstliche Stimmung.
Vor den Tempeln und Schreinen Japans
standen schon seit dem 16. Jahrhundert Laternen aus Stein und Bronze, die in langen Reihen den Hauptweg zu Heiligtümern säumten.
Durch die Entstehung der Teegärten bekamen die Steinlaternen eine neue Bedeutung. Sie dienten als Lichtspender an wichtigen Stellen wie z.B. Weggabelungen, Teichrändern, in der Nähe von Brücken oder in Verbindung mit einem Wasserbecken.
Die Liebe zu natĂĽrlichen Materialien
erklärt, weshalb noch heute in Japan die schönsten Steinlaternen und Wasserbecken aus Naturstein bestehen.
Gehölze:
Geeignete, bestehende Pflanzen werden in die Gartenplanung integriert. Zu den passenden Gehölzen gehören z.B. knorrige Bergkiefern oder aufrecht wachsende Drehkiefern (Pinus contorta), Rhododendron (wenn möglich, kleinblättrig = Willemsianum-Sorten), Azaleen, jap. Ahorn, Kamelien, Stechpalmen (Ilex-Sorten), Hartriegel (Cornus) und Felsenbirne (Amelanchier).
Als besonderer Blickfang eignet sich ein geformter Baum = Gartenbonsai, meistens als Kiefer, Ilex oder Taxus zu erhalten.
Stauden:
Es sind alle Stauden mit schönen Blattformen und Grüntönen zu verwenden, insbesondere Funkien, diverse Farnarten, Wildstauden, Buschwindröschen, Lerchensporn, Leberblümchen usw. Als Moosersatz eignet sich das Fiederpolster (Cortula), Sternchenmoos und Steinbrech (Saxifraga).
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Re: Grundlegendes zur japanischen Gartengestaltung

Beitragvon Zunkler » Mi 27. Nov 2013, 09:58

Hallo liebe Gynny,
ich würde meinem Garten gern einen japanischen Touch verleihen, durch eine japanisch gestaltete Ecke. Diese soll vor allem zur Ruhe und Entspannung dienen. Allerdings bin ich mir unsicher, welche Möbel ich dafür kaufen sollte. Was emfpiehlt sich denn? Ist Teakholz ok? Oder eher Polyrattan? Welches Material sollte ich wählen und wie sollten die Möbel am besten aussehen? Mir ist, wie gesagt, dabei vor allem wichtig, dass man auf diesen Möbeln entspannen und einen Mpment Ruhe finden kann. Ich möchte gern bei http://www.gartenmoebel.de/ bestellen, weil mir der Shop empfohlen wurde. Meinst du dort gibt es Möbel mit japanischem Touch? Vielen Dank
Liebe GrĂĽĂźe
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Re: Grundlegendes zur japanischen Gartengestaltung

Beitragvon Gynny » Do 28. Nov 2013, 08:08

Hallo Zunkler,

hatte heute erst Deine Nachricht im Bereich ungelesen, ist also nicht meine Schuld wenn ich Dir jetzt erst antworte.
Auch Gartenmöbel sollten sich harmonisch ins Gesamtbild einfügen und natürlich wirken. Ich bevorzuge deshalb Holzmöbel, (zb.Teak) Rattan steht der Asiatischen Lebensgewohnheit sehr viel näher und kann deshalb kein Fehler sein. Hier ist allerdings nicht so sehr von Bedeutung welches Material ich dafür verwende, sondern eher die Form.
Ich hoffe ich konnte helfen, lieben GruĂź Gynny ;)
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Re: Grundlegendes zur japanischen Gartengestaltung

Beitragvon Sandra » Mo 15. Mai 2017, 09:27

Hallo Zunkler,

ich weiß meine Nachricht diesbezüglich kommt erst spät und das ganze wird für dich nicht mehr so relevant sein..

Aber evtl. bringt es ja weiteren Forumnutzern etwas :)

Ich denke dass Rattangarnituren zu einer japanischen Gartengestaltung aufjedenfall dazu gehören können!

Der Name Rattan selbst stammt ja ursprünglich aus dem Malaiischen, wo es als „Rotan“ bekannt ist. In den Regenwäldern
SĂĽdostasiens ist die Rotangpalme heimisch. Die Bezeichnung Rattan hat sich dann aus dem englisch sprachigen Raum entwickelt..

Von dem her denke ich dass asiatisches Holz generell schon sehr nahe der japanischen Gartengestaltung ist..

Ich selbst habe einen japanischen Garten eingerichtet und habe mir diese Garnitur dazugestellt:
http://www.trade-line-partner.com/ratta ... kreta.html

Aber ich glaube im groĂźen und ganzen kann man da sehr variieren. Bambus kommt natĂĽrlich auch immer toll :)

LG, Sandra
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Re: Grundlegendes zur japanischen Gartengestaltung

Beitragvon Bjoern » Do 18. Mai 2017, 06:12

Hallo Sandra,

wäre schön wenn du uns etwas von deinem Garten zeigst

Gruß Björn
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Re: Grundlegendes zur japanischen Gartengestaltung

Beitragvon Paul » Mo 20. Nov 2017, 11:57

Spannender Beitrag, ich gebe meinen Vorredner nur Recht. Eine Rattan Garnitur passt wirklich super! Eine Erfahrung die ich privat sowie beruflich machen durfte, ist dass man hier definitv nicht sparen sollte. Die günstigeren Produkte überleben keine drei Jahre! Wir hatten einmal eine vom Baumarkt um ca. 500€ und nach exakt drei Jahren hat Sie sich im wahrsten Sinne des Wortes aufgelöst. Ich habe Sie noch in der Garage stehen und zeige euch mal ein Bild, sieht aus wie in einem schlechten Film. Also mein Senf, Rattan JA aber bitte nicht sparen!
LG aus Hernals
http://pst-umzugsservice.at/
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