Trommelfilter - Eigenbau

Technik fĂĽr Koiteich und Garten

Moderator: San

Trommelfilter - Eigenbau

Beitragvon Bjoern » So 1. Sep 2013, 11:48

Moin,

nachdem der Trommler nun ca. 12 Wochen läuft ist es an der Zeit die Trommlerdoku einzustellen. Grund für einen Eigenbau (Einschubversion) war einfach die Frage ob ich im nachhinein mit einem Trommler zufrieden bin und wollte mir die Möglichkeit einer schnellen Rückrüstung auf Bürsten offen lassen. Ein weiterer Aspekt war ein entschiedener Preisvorteil ohne Berücksichtigung der Stunden für die Bauzeit. Mit ein bisschen handwerklichem Geschick, entsprechendem Werkzeug und die Möglichleit von Freunden oder Bekannten Drehteile anfertigen zu lassen, sollte ein Eigenbau von jedem zu bewerkstelligen sein.

Material für Trommel und Stirnwände...
da habe ich PVC verwendet weil es mit einer Oberfräse einfach zu bearbeiten ist. ( http://www.ebay.de/itm/Hart-PVC-Platte- ... 3a7a2ced1d )
FĂĽr die Trommel hab ich ein Kanalgrundrohr verwendet http://einecke-online.de/shop/article_K ... lang-.html
Ein Eigenbau aus Edelstahl ist für mich nicht in Frage gekommen da ich sämtliche Bauteile hätte fertigen lassen müssen. Somit wäre es auch kein Eigenbau mehr gewesen. Kleiner Nachteil bei PVC sind notwendige zusätzliche Versteifungen ( http://www.ebay.de/itm/120-cm-Winkelsta ... 4cf2350e7c ) für die Stirnwände. Diese halten sich jedoch preislich in Grenzen und erfüllen meine Erwartungen.

Siebgewebe...
Für das Siebgewebe ist Polyamid zum Einsatz gekommen. Mit diesem Material habe ich bei meinem Bogensieb sehr gute Erfahrungen bei der Abreinigung gemacht und hartnäckige Ablagerungen sind für Polyamid ein Fremdwort. Es ist aber auch empfindlicher auf mechanische Einwirkung im Vergleich zu einem Edelstahlsiebgewebe, somit ist bei der Montage etwas Achtsamkeit geboten. Aktuell bieter der Verkäufer harykoi keine Artikel an. Bei ihm konnte ich das Gewebe 160 x 105 cm mit 80my für 27,99€ +4,90€ Versand erstehen.
Alternativ hier ein Link zu einem anderen Anbieter ( http://www.teichhansel.de/index.php?mai ... &cPath=188 )

Der Antrieb...
Ein 12V Scheibenwischermotor (VW Sharan, vorne http://www.ebay.de/itm/Scheiben-Wischer ... 2a2f1fde39), läuft bis jetzt ohne Probleme. Die Leistungsaufnahme liegt bei 10,5A (wichtig für den Drehzahlsteller und den Trafo). Hier kamen schon im Vorfeld einige Zweifel von verschiedenen Seiten. Meine Meinung dazu.... durch das Schneckengetriebe von einem Scheibenwischermotor ist dieser in der Lage hohe Kräfte zu entfalten. In der Praxis hat mir der Motor durch einen kleinen Konstruktionsfehler das Antriebsritzel geschossen !!! Dies passierte nach knapp 14 Tagen Laufzeit, den Fehler hab ich behoben und seitdem auch keinen Ausfall.
Ein Drehzahlsteller (20A http://www.elv.de/output/controller.asp ... tAodJG4A3A) für Gleichstrommotoren ist nur notwendig wenn man die Drehzahl regulieren möchte und wenn man die Antriebsritzel aus dem "Regal" nimmt. 12V liefert ein PC-Netzteil mit 300W.

Die KraftĂĽbertragung...
anfangs wollte ich mit Zahnriemen arbeiten. Hier wäre das Übersetzungverhältnis mit handelsüblichen Kunststoffzahnriemenscheiben möglich gewesen. Leider zeigte die Praxis bei mir das Gegenteil, der Zahnriemen (Profil T5 84 Zähne Riemenbreite 10mm) überspringt beim Anlauf und der geringsten Krafteinwirkung. Zahnriemenscheiben aus Aluminium sind in fast jeder Größe erhältlich und hätten auch zu einem Erfolg geführt, allerdings halte ich nicht viel von blanken Aluminiumbauteilen im Wasser.
Letztendlich sind Kettenräder aus Azetalharz (http://www.maedler.de/product/1643/1615 ... ng-12-x-18) zum Einsatz gekommen. Die Teilung entspricht einer Fahrradkette die dann auch in Edelstahlausführung (http://www.fahrrad-online-24.de/Fahrrad ... kette.html) zum Einsatz gekommen ist.

Die Steuerung...
auch hier musste ich zweimal ans Werk. Zuerst sollte eine Intervallsteuerung ( http://www.luckyreptile.com/products/14 ... ducts.html ) den Trommlerbetrieb ĂĽbernehmen. Der Trommler hatte nach dem Einbau jedoch den Drang ca. alle zwei Minuten gespĂĽlt zu werden. Diese kurzen Schaltzeiten lassen sich jedoch nicht mit dem Easy Timer verwirklichen.
Die übliche über einen Schwimmerschalter ( http://www.conrad.de/ce/de/product/1550 ... 1-A250-VAC ) ausgelöste Steuerung hat den Easy Timer abgelöst. Im nachhinein die bessere Wahl weil die Spülung dann passiert wenn es notwendig ist und das kann sehr variieren.
Die SpĂĽlzeit wird ĂĽber ein Mulifunktionsrelais (http://www.ebay.de/itm/Klockner-Moeller ... 53f6cedc48) eingestellt.

Die SpĂĽlpumpe...
da konnte ich eine übrige Brunnenpumpe ( http://www.amazon.de/Berlan-Tiefbrunnen ... unnenpumpe ) nehmen weil unser Brunnen versiegt ist. Eigentlich etwas groß mit 94m Förderhöhe bzw. 9,4bar aber warum neu kaufen. Die geplante Gartenbewässerung wird in naher Zukunft auch über diese laufen und hat somit ihre Daseinsberechtigung. Preis/Leistung für diese Pumpe ist unschlagbar und ist schon einige Jahre ohne Probleme gelaufen.

SpĂĽldĂĽsen...
sind von TeichTec (ebay), im Moment nicht im Angebot. Kosten für 8 Stück bei 48€. Alternativ http://www.lechler.de/is-bin/INTERSHOP. ... E6T64ezALH oder http://www.ammerland-filter.de/product/spruehduesen/

Soviel zu den wichtigsten Komponenten.... Morgen gehts weiter.....Bilder, Schaltpläne ect.

Gruß Björn
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Re: Trommelfilter eigenbau

Beitragvon Bjoern » Mo 2. Sep 2013, 14:03

und weiter geht`s....

der Trommler soll in einem IBC Container eingebaut werden. Somit sind nur zwei Stirnwände bzw. Einlauf und Auslauf notwendig. Im IBC muss dann nur die erste Wand mit dem Einlauf eingeklebt bzw. abgdichtet werden.
MaĂźe werde ich hier soweit keine angeben da zum einen die IBC-Blasen unterschiedlich sind und auch nicht jeder ein Einschubmodell in einem IBC verbaut.

die Stirnseiten.....

In meinem Fall habe ich zwei Hart-PVC Platten mit 1000 x 960 x 15 mm genommen. Die Platten aufeinander gelegt und mit Schraubzwingen befestigt. Der Lagerbolzen mit dem die Trommel gelagert wird soll später 60 mm im Durchmesser haben, innerhalb dieser 60mm habe ich noch ein paar Spax reingedreht um die Platten zusätzlich gegen verrutschen zu sichern.
Wenn die Platten fixiert sind mit einem 6mm Bohrer die Mittenbohrung durchführen, somit fluchtet später die Lagerung mit dem Einlauf.
Den Ausschnitt für den Einlauf habe ich relativ weit oben gewählt um den Trommler so wenig wie möglich über Wasserstand einbauen zu können. Die Größe vom Einlauf ist im Vorfeld zu überdenken - entsprechend der Abdichtung von der Trommel zur Stirnwand. Den Einlauf hab ich mit Oberfräse und Fräszirkel ausgefräst.



Den ausgefrästen Teil kann man als Deckel für das Trommelende verwenden. Hier habe ich den Innendurchmesser vom KG Rohr genommen und auf den Deckel, 2/3 der Materialstärke übertragen. Der dadurch entstehende Bund erleichtert später die Montage des Deckels auf dem Kg Rohr.



Die Trommel....

Material der Trommel hab ich mich für ein KG-Rohr DN 500 entschieden. Das Ausfräsen der einzelnen Öffnungen macht etwas Arbeit und ist nicht in einer Stunde passiert. Die Stege sind ca. 2,5 cm breit und auch nach der Bearbeitung ist das Rohr noch sehr stabil. Die ca. Angabe weil das KG-Rohr auf nur einem Meter abweichende Aussendurchmesser hat. Hier die fertig gefräste Trommel mit Deckel, der zusätzlich noch mit Polymer Spezial ( http://koi-discount.de/teichbau/kleber- ... 290ml.html ) verklebt wurde.



der Auslauf....

die hintere Stirnwand bekam auch einen entsprechend Ausschnitt um ausreichend Flow zu gewährleisten. Die im Vorfeld ausgeführte Mittenbohrung wurde mit einem Kreisbohrer auf 60mm aufgebohrt. Der Lagerbolzen soll sich leicht drehen lassen.



der erste Aufbau.....

Verbindung zwischen den Strinwänden schaffen 4x M12 V2A Gewindestangen. Dadurch habe ich die Möglichkeit während der Bauphase noch Änderungen in der Gesamtlänge vorzunehmen.
Auf dem Bild sind unter anderem auch die Stützrollen montiert. Die Gummidichtung hab ich dann später wegen der hohen Reibung durch den Teflonring ersetzt.



die Einstellmöglichkeit vom Anpressdruck der Trommel auf die Dichtung.....

hierzu habe ich eine Teflonplatte 120 x 120 x 20mm mit Lagerbolzendurchmesser gebohrt und auf den Lagerbolzen geschoben. Um Druck auf die Trommel auszuĂĽben wurde ein weiterer Deckel indem eine mittig angebrachte M12 X 40 V2A Einstellschraube mit Kontermutter ist mit der Stirnwand komplett verschraubt. Auf dem Bild sieht das ganze etwas krumm aus.... ist es aber nicht....
die Schrauben sind noch nicht angezogen.





KraftĂĽbertragung an der Trommel...
Hier habe ich in der finalen Version ein Azetalharz Kettenrad ( http://www.maedler.de/Article/10252500 ) verwendet. Dieses muss auf dem Lagerbolzendurchmesser aufgebohrt werden. Wer keine Drehbank zur Verfügung hat.... das geht auch mit einem Kreisbohrer. Die Nabenbohrung von dem Kettenrad ist größer als der Zentrierbohrer vom Kreisbohrer... hierzu von einer Silikonkartusche die Kartuschenspitze in die Bohrung stecken und bündig mit einem Cuttermesser abschneiden. Klingt spektakulär aber funktioniert super. Die Unterlegscheibe und der Verschraubring sind jeweils 8mm stark und aus Hart-PVC. Leider kann ich euch von diesem Bauabschnitt nur eine Zeichnung liefern.



soweit sogut.....

nach getauschter Gummidichtung gegen Teflon samt gekĂĽrzter Trommel um ein paar cm .... hier nun das Ergebnis. Auf den Bildern sind die V2A Winkeleisen zu sehen, notwendig weil die Platte sonst einen leichten Bogen schmeiĂźt und sich suboptimal auf die Abdichtung zur Trommel auswirkt.
Die Verrohrung und das Spülrohr mit den Flachstrahldüsen habe ich in der Zwischenzeit auch fertig gestellt. Denke hier Bedarf es keiner gesonderten Ausführung. Das flexible PVC-Rohr ist mit kleinen Bohrungen versehen die den Schmutz, der sich zwischenn der Blase und der Stirnwand absetzt, in die Trommel zu befördern und lässt sich über den Kugelhahn regulieren. Auch der spätere Anschluß für die Gartenbewässerung wurde vorgesehen.






Fortsetzung folgt......

Gruß Björn
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Re: Trommelfilter eigenbau

Beitragvon Sandy » Mo 2. Sep 2013, 15:49

Hey Bjoern.
Wenn ICh die Doku. sehe kann Ich nur sagen: GENIAL
Produziere doch mal in Serie. :P
Ich könnt Mich mit sowas auch anfreunden.
Aber Ich glaub Ich schau Mir das mal vor Ort an.
Die Idee ist Super. Aber etwas Handwerkliches Geschick braucht man schon.
Noch Besser: Ein Eigenbautrommelfilterseminar. Seminarleiter Bjoern
Ich wĂĽrd mitmachen.
Es grĂĽĂźt der Pit 5bou
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Re: Trommelfilter eigenbau

Beitragvon Bjoern » Mo 2. Sep 2013, 19:42

Moin Pit,

danke fĂĽr die Blumen und das Seminar greifen wir gesondert auf. Vor Ort Besichtigung .... kein Problem ihr seid alle herzlich willkommen. Einige aus dem Forum konnten das Teil ja schon in Natura betrachten.

und weiter geht`s.....

jetzt gehts um die Antriebseinheit......
wie schon erwähnt verwende ich dafür einen Scheibenwischermotor vom VW Sharan vorne. Von dem könnt ihr alle Kabel entfernen bis auf die zwei (weiß und lila bei original) die direkt in den Motor gehen.
Plus und Minus durch probieren an einer 12V Batterie oder Netzteil heraus finden. Keine Angst wenn die Kabel mal vertauscht werden, da passiert nichts.
Für den Motor hab ich einen Kasten aus Hart-PVC 10mm gebaut. Die einzelnen Teile verklebt und verschraubt. Hier sollte man sorfältig arbeiten dass später kein Wasser eindringt. Als Dichtung für die Antriebswelle dient ein Radial-Wellendichtring 12 x 25 x 7 mm DASL NBR 70 (kostet ca. 4€). Bei markenfremden Motoren die Welle bitte ausmessen und auch darauf achten dass die Welle vom Wischermotor lang genug ist. Die Bohrung für den Wellendichtring kann man mit einem einfachen Forstnerbohrer mit 25mm Durchmesser bewerkstelligen. Dieser muss dann vorsichtig in die Bohrung getrieben werden, darauf achten dass der Dichtring gerade anpackt. Eine Sechskantnuss die etwas kleiner als der Aussendurchmesser ist und ein Hammer bieten hier gute Hilfe.
Die Befestigunsbohrungen für den Wischermotor sind um das Maß von dem Schraubenkopf 3x M6 x 25 V2A versenkt. Somit steht der Kette nichts im Weg. Das Motorgehäuse findet mit 20mm Teflon Abstandsplatten seinen Platz an der Stirnwand hinten. Die Kabeldurchführung bietet eine PG-Verschraubung ( http://www.amazon.de/PG-Verschraubung-1 ... B003Y1WYG0 )
Diese ist idealerweise relativ weit oben anzubringen und eine Senkbohrung um die Kontermutter der PG-Verschraubung zu verwenden.


Die Innengewinde wurden vor dem Zusammenbau duch M8 Gewindeeinsätze aus V2A ersetzt bzw. verstärkt. ( http://www.google.de/imgres?biw=1600&bi ... ,s:0,i:134 ) Durch das häufige an und abbauen während der Bauzeit wurden die ins PVC geschnittenen Innengewinde schon sehr in Mitleidenschaft gezogen. Unabhängig davon würde ich die Gewindebuchsen empfehlen da diese zudem ein höheres Anzugsmoment zulassen. Die Buchsen habe ich mit Loctite hochfest eingedreht.






Hier die montierte Antriebseinheit mit 6x M8 x 60 V2A an der Stirnwand, zu diesem Zeitpunkt noch mit Zahnriemenscheibe



Das Azetalharz Kettenrad 13 Zähne mit M8 Gewindebuchse, auch hier mit Loctite hochfest eingedreht. Das Kettenrad hab ich zusätzlich mit der Welle vom Wischermotor verstiftet. Die Nabe muss etwa 10mm aufgebohrt werden dass das Kettenrad sich weit genug auf die Welle vom Motor drehen lässt.
Hier habe ich meinen ersten Ausfall gebaut. Die Bohrung 4mm fĂĽr den Hohlspannstift kein Problem, nur ich hatte keinen rostfreien zur Hand. Dummerweise habe ich eine 3mm Edelstahlschraube genommen und diese hatte es nach 14 Tagen abgeschert :oops:


Die SpĂĽlrinne........

die Spülrinne besteht aus einem in der Länge aufgeschnittenen KG-Rohr DN 200. Auf die Schnittkanten habe ich jeweils zwei Teflonstreifen aufgeschraubt. Gedanke war hierbei dass das Spülwasser nicht zurück in die Trommel schwappt. Die Rinne habe ich mit Versteifungen an den Ausschnitt für den Rücklauf von der Stirnwand geschraubt. Als Anschluss für den Kanal dient ein KG-Rohr DN 100. Das Rohr hab ich mit normalem PVC-Kleber eingeklebt. Wenn die Rinne an der Stirnwand montiert ist erscheint das ganze etwas labil, zumindest auf einer Länge von 75 cm. Dies ist jedoch nicht weiter tragisch da die Rinne im Betrieb vom Wasser sozusagen getragen wird.






der erste Testlauf ..... rockit

[ Gebe QuickTime-Datei wieder ] MVI_3688_x264.mp4 [ 4.26 MiB | 39307-mal betrachtet ]


hier noch mit dem ersten Drehzahlsteller, das Teil ist Schrott und hat die Bauphase nicht ĂĽberstanden. Der zweite ist von Kemo und funzt. Den Strom liefert beim Testlauf eine Autobatterie.

morgen gehts weiter....

Gruß Björn
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Re: Trommelfilter eigenbau

Beitragvon Bjoern » Di 3. Sep 2013, 19:51

die letzten Schritte vor dem Einbau....

an der Trommel hab ich vor dem Bespannen mit Siebgewebe alle Kanten entgratet und eine Schräge (siehe Bild) geschliffen. Zum Bespannen selbst ist ein zweiter Helfer von Vorteil. Eine Wartungsklappe um an die Spülrinne zu kommen, kann man machen, hat sich aber in der Praxis als absolut unnötig bewiesen. Eine Reinigung der Spülrinne geht mit dem Gartenschlauch auch durch das Siebgewebe ohne Probleme.





die Steuerung....

relativ einfach und ohne Schnickschnack. Die Spülung wird durch einen Schwimmerschalter ausgelöst. Am Multifunktionrelais kann man die Spülzeit einstellen. Die Verbraucher (Spülpumpe u. Trafo) werden über einen Leistungsschütz angeschlossen welches vom Multifunktionrelais angesteuert wird. Hier der Schaltplan.... hoffe ich beschäme das Elektrohandwerk als Nichtelektriker mit meiner Version nicht allzu sehr




vor dem Einbau ein letzter Testlauf.....

um eventuelle Fehlerquellen auszuschließen hab ich den fertigen Trommler in einen IBC gesteckt und noch einmal Probe laufen lassen. Verschiedene Versuche mit Dreck und Fadenalgen aus dem Seerosenbecken hat das Teil souverän gemeistert. Hier ein kleines Video ......

[ Gebe QuickTime-Datei wieder ] 006_x264.mp4 [ 2.73 MiB | 39370-mal betrachtet ]



Fortsetzung folgt.....

Gruß Björn
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Re: Trommelfilter eigenbau

Beitragvon Willi » Di 3. Sep 2013, 22:02

Gute Arbeit, und dem Elektrohandwerk hast du keinen Schaden zugefĂĽgt.
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Re: Trommelfilter eigenbau

Beitragvon Bjoern » Do 5. Sep 2013, 18:49

... weiter gehts

Zum Einbau ist es ratsam noch zwei Helfer zur Hand zu haben. Der Trommelfilter hat ca. 60 kg Eigengewicht. Mit Polymerkleber hab ich die Einlaufseite abgedichtet. Eine weitere Befestigung war bei mir nicht notwendig.
Den Höhenunterschied wollte ich so gering wie möglich halten, da mit dem Trommlereinbau auch eine Erhöhung des Filterdecks notwendig war. Für den Einbau mussten wir 15 Stunden in Kauf nehmen. Sämtliche Zu und Abläufe mussten angepasst werden, der IBC um 8cm höher gesetzt werden, die Verbindung zum Kanal geschaffen werden und die Elektroinstallation durchgeführt werden.
Was möglich war wurde die Tage davor schon vorbereitet.



Filterdeck vor dem Umbau.......


Filterdeck nach dem Umbau......




die Geräuschdämmung......

was mich während dem Probelauf schon gestört hat war der Lärm wenn die Spülung einsetzt. Nach einigen Versuchen konnte ich mit einer Abdeckhaube die über der Trommel samt Spülrohr liegt und seitlich bis ins Wasser geht ein hervorragendes Ergebnis erzielen. Materialstärke ist hier weniger von bedeutung. Je genauer man Einhaust umso besser das Ergebnis.






mit Dämmung....leider lässt sich der Unterschied von der Geräuschkulisse schlecht darstellen motzi1
Die Trommel dreht hier mit 75% der maximalen Drehzahl

[ Gebe QuickTime-Datei wieder ] MVI_4173.MOV [ 10.45 MiB | 39344-mal betrachtet ]






Kostenaufstellung.....

Die Kostenaufstellung bezieht sich auf die aktuellen Preise....

(hier ist einiges an Sparpotenzial vorhanden wenn man ein bisschen die Augen aufhält)

    2m² Hart-PVC Platten 218,00€

    KG Rohr DN 500 1m 87,11€

    Siebgewebe 123,76€

    8 x Sprühdüsen 75,20€

    Multifunktionsrelais 48,50€

    Wischermotor 59,90€

    Drehzahlsteller für 12V Motoren 49,95€

    Schwimmerschalter 11,06€

    PC-Netzteil 19,99€

    Leistungsschütz 22,41€

    Azetalharzkettenrad 25Z 5,22€

    Azetalharzkettenrad 13Z 2,76€

    Aufschlag für Kleinaufträge unter 50€ bei Mädler 10,00€

    Kette ( Kmc-Kette-Z-1-X-Inox-Long-Life ) 19,99€

    Spülpumpe 159,95€

    Polymer Spezial Kleber 7,90€
    ______________________________________________________
    Gesamtsumme 921,70€


Für rund 1100€ ist es zu schaffen einen Trommelfilter mit einer 760 x 500 mm großen Trommel zu bauen. Möchte hier noch anmerken dass die Preise der Trommlerindustrie durchaus gerechtfertigt sind !!!



.....Downloads zum Trommlerbau

Die Kostenaufstellung mit entsprechenden Hyperlinks
Kostenaufstellung1.doc
(25.5 KiB) 754-mal heruntergeladen


Der Schaltplan
Schaltplan1.doc
(106 KiB) 615-mal heruntergeladen




The End..... hoffe ihr habt Gefallen an der Doku und konnte alles soweit wie möglich vermitteln. Für Fragen und konstruktive Kritik bin ich immer offen.

Gruß Björn
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Re: Trommelfilter eigenbau

Beitragvon San » Fr 6. Sep 2013, 05:54

Björn, Respekt WD2 WD1 ,

man könnte auch sagen, eines ADMIN`S würdig.
Verfolge Trommler-Eigenbau-Doku`s schon lange. Diese ist mit großem Abstand die Beste und präziseste!

Besten Dank dafĂĽr :!: ;)
L.G. Franz

.......die Welt hinter mir lassend, komme ich oft an diesen
friedvollen Ort - der Geist hier ist der Geist des Zen.

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Re: Trommelfilter eigenbau

Beitragvon Koido » Fr 6. Sep 2013, 14:59

Moin Björn

Na das nenne ich mal ne vernĂĽnftige Doku WD2 WD2
Jetzt fehlt ihr nur noch eines..... , ein eigener Thread! Und ich werde mich ziemlich anstrengen mĂĽssen wenn es bei mir mal weiter geht :oops: :lol:
Mach weiter so!

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Re: Trommelfilter eigenbau

Beitragvon Sandy » Fr 6. Sep 2013, 17:31

Hey Bjoern.
So eine präziese Anleitung zum Bau eines Trommelfilter hat man noch nicht gesehen.
Damit könntest DU schon auf den Markt gehen und den ganz Großen mal Preislich die Luft aus den Segeln nehmen 5bou
Noch ein kleines Bau- Seminar hinterher und schon passt es.
Zieh den Hut
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